News mit Weitblick

Aktionsprogramm ländlicher Raum

17.10.2018

Die Freien Wähler im Kreistag Calw setzen sich im Kreistag für ein Aktionsprogramm ländlicher Raum ein, um den Landkreis Calw strukturiert voranzubringen. In diesem Aktionsprogramm sollen mit den Themen Digitalisierung, nachhaltiges Wohnen, öffentliche Mobilität, medizinische Versorgung und Bildung fünf Zentralpunkte der Kreispolitik gebildet werden, welches die nächsten Jahre schwerpunktmäßig bestimmen sollen.

Diese fünf Punkte stehen aber nicht isoliert, sondern sind miteinander zu verbinden und zu vernetzen. So ist zum Beispiel die Digitalisierung ein Querschnittsthema, welche sowohl die medizinische Versorgung als auch die Arbeitsplatzfrage und Wohnen im ländlichen Raum beeinflusst. Die Freien Wähler sehen gerade in der Digitalisierung große Chancen für den ländlichen Raum, weil es die Entzerrung von Wohnen und Arbeitsplatz aufheben kann. In den Ballungszentren mit all den Verkehrsproblemen, Wohnkosten und fehlender Lebensqualität kann durch die Digitalisierung eine Rückbesinnung auf den ländlichen Raum mit Heim-Arbeitsplatz und Wohnen im Grünen zu bezahlbaren Preisen erfolgen. Gerade für einen Landkreis wie Calw an der Peripherie zu den Ballungsräumen ist dies eine große Chance für die künftige Entwicklung.

Dies kann dann aber nur im Verbund mit anderen Infrastruktureinrichtungen geschehen. So muss eine solche Entwicklung mit mehr öffentlicher Mobilität in die Zentren begleitet werden, so dass der Austausch mit dem Ballungsraum stressfrei möglich wird. Über den Ausbau der öffentlichen Mobilität haben die Freien Wähler erst vor kurzem Vorschläge eingebracht.

Um Einwohner in den ländlichen Raum zu bringen oder die Bevölkerung zu behalten, sind die Angebote aus diesem Fünfeck der Kreispolitik zu halten und auszubauen. Dies betrifft Bereiche wie die medizinischen Versorgung, wo der Kreistag mit dem Beschluss über zwei Standorten für die Klinken wichtige Beschlüsse für eine flächendeckende Versorgung gefasst hat genauso wie im Bildungsbereich, wo die Kreisberufsschulzentren eine wichtige Funktion erfüllen. Im medizinischen Bereich muss eine stärkere Verzahnung von Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und Haus- und Facharztpraxen – unterstützt durch die Digitalisierung und Verbesserung der öffentlichen Mobilität – den Weg in die Versorgungssicherheit gewährleisten. Im Bildungsbereich brauchen wir neben den bestehenden Systemen weitere Hochschulstandorte und bessere verkehrliche und digitale mobile Verbindungen in die Hochschulen in der Nachbarschaft; ebenso müssen sich auch Handwerksberufe wie z.B. bei den Heizungsbauern auf die zunehmenden digitalen Anforderungen ausrichten.

Zu all diesen Maßnahmen gehört auch nachhaltiges energieeffizientes Wohnen im ländlichen Raum. Dabei sollte nicht allein das Einfamilienhaus im Vordergrund stehen. Aus der Vergangenheit des Nordschwarzwaldwaldes sind um einen Hof angeordnete Baukörper nichts Ungewöhnliches. Hofsituationen eignen sich gut, um platzsparend, sozial integriert und baulich interessant mit lokalen Baustoffen wie Holz Wohnformen zu schaffen. Der Vorarlberg hat in den letzten Jahren eindrucksvoll aufgezeigt, wie traditonelles und modernes Bauen in Einklang gebracht werden kann.

Der Landkreis hat sich in einigen Themen schon engagiert. Unser zusätzlicher Ansatz besteht in der Schwerpunktbildung, Vernetzung der Punkte und Einbeziehung der Kreisgemeinden. Die jeweiligen Punkte sollen in öffentlichen Arbeitsgruppen durchleuchtet und mit den Entwicklungszielen der Gemeinde abgestimmt werden.